Typografische Regeln

Leerraum

Kein Leerraum (Wortzwischenraum – SPACE-Taste) und flexibles Leerzeichen wird gesetzt:
– vor Satzzeichen
– vor und nach Schrägstrich
– vor dem Zeichen für Zoll
– bei Winkelangaben zwischen der Zahl und dem Gradzeichen
– Zwischen Vorzeichen und Zahl

Ein Wortzwischenraum kommt:
– nach ausgeschriebenen Wörtern und Abkürzungen
– nach Zeichen, die ein Wort vertreten §, &, –
– nach ausgelassenen Textteilen, die durch das Ellipsenzeichen (…) angedeutet werden
– nach Zahlen
– nach Satzzeichen

Ein flexibles Leerzeichen kommt:
– nach Punkten innerhalb mehrgliedriger Abkürzungen, die in vollem Wortlaut ausgesprochen werden: i. A., z. B., u. a.
– nach der Gliederung von Zahlen: 1 000 000
– bei Datumsangaben: 23. 10. 2000
Ein geschütztes Leerzeichen kommt:
– zwischen Zahl und Maßeinheiten
– nach Wörter wie Seite, Nummer
– zwischen Titeln, abgekürzten Namen, Vornamen

Gedanken- und Bindestrich
Der Gedankenstrich wird meistens mit einem Halbgeviertstrich (langer „Mittestrich“) dargestellt. Man kann aber auch alternativ den kürzeren Mittestrich (-) benutzen.
Mittestrich – wird verwendet als:
– Trennstrich, geschützter Trennstrich, bedingter Trennstrich, Bindestrich (KSC-Fan), Ergänzungsstrich (An- und Verkauf)
Halbgeviert-Strich – wird verwendet als:
– Gedankenstrich – mit Leerzeichen
– Streckenstrich – ohne Leerzeichen: Köln-Berlin
– Strich für gegegn und bis 2-3 kg, Bayern-KSC
– Minuszeichen
– ein Leerzeichen wird immer vor und nach dem Gedankenstrich eingefügt. Es gibt aber eine Ausnahme: Nach dem zweiten Gedankenstrich entfällt die Leerstelle, wenn anschließend ein Satzzeichen folgt:
•    Ich weiß – vom Hörensagen –, dass…
•    Ich sehe – wenn ich mich nicht täusche –, dass es da ist.

Schrägstrich
– Schrägstriche werden nicht durch Leerzeichen vom vorausgehenden und nachfolgenden Text getrennt.

Auslassungszeichen
– mit je einem Leerzeichen davor und danach stehen drei Punkte für ausgelassene Textteile. Wenn das Auslassungszeichen jedoch nur einen Teil eines Wortes ersetzt, wird kein Leerraum gesetzt. Es sitzt immer zwischen Leerzeichen, wenn es Wörter oder Wortgruppen ersetzt. Frage- und Ausrufungszeichen können immer dahinter angefügt werden. Endet der Satz aber mit einem Satzpunkt, so entfällt dieser:
•  Das Märchen beginnt mit den Worten: „Es war einmal …“
Anführungszeichen
– vor und nach dem Text, den man einschließt, stehen ohne Leerzeichen die Anführungszeichen. Vor dem öffnenden und nach dem abschließenden Anführungszeichen steht ein Leerzeichen, es sei denn, es folgt ein Satzzeichen:
•    „Sie! Da ist es.“
•    Sie sagte: „Sieh! Da ist es.“ Hatte aber Zweifel, ob sie sich nicht täuschte.

Halbe Anführungszeichen
– innerhalb von Zitaten für Zitate beispielsweise, stehen innerhalb von Anführungen, halbe Anführungszeichen. Für die halben Anführungszeichen verwendet man das Apostroph-Zeichen:
•    „Peter erzählte mir gestern von seinem, neuen, einzigartigen, sehr gut bezahlten´ Job.“

Abkürzungen
– wenn eine ein oder mehrere Wörter umfassende Abkürzung am Anfang eines Satzes steht, verwendet man die ausgeschriebene Version:
Falsch: Z.B.
Richtig: Zum Beispiel
– Abkürzungen wie S., Bd., Anm. benutzt man nur, wenn ihnen kein Artikel oder keine Zahl vorangeht:
Richtig: S. 5, Bd. 7
die Seite 5, der Band 7

&, Grad, Paragraph, Prozent
– das Et-Zeichen verwendet man nur in Firmennamen. Ansonsten dard nur und verwendet werden.
– bei Temperaturen muss zwischen Zahl und Gradzeichen ein geschütztes flexibles Leerzeichen.
– zwischen Paragraphzeichen und einer Zahl muss ein geschütztes flexibles Leerzeichen stehen. Ohne Zahlenangabe wird das Wort Paragraph ausgeschrieben.
– zwischen Prozent-/Promillezeichen und Zahl setzt man ein geschütztes flexibles Leerzeichen

Nummern, Zahlen, Uhrzeit und Datum
– Nummernangaben: Wenn ihnen Zahlenangaben oder Ziffern beigeordnet sind, kann man jeweils durch ein einzelnes „Gatter“-Zeichen ( # ), die Worte und Kürzel „Nummer, Nummern, Nr., Nrn.“, ersetzen. Das „Gatter“-Zeichen wird nach rechts und links mit einem Leerzeichen abgesetzt.
– Paragraphenangaben: In Verbindung mit Zahlen kann man das Wort „Paragraph“ durch folgendes Zeichen ersetzen: §. Mit zwei hintereinander stehenden Paragraphenzeichen (§§), werden mehrere Paragraphen dargestellt. Nach dem letzten Paragraphenzeichen und vor den nachfolgenden Buchstaben oder Zahlen steht ein Leerzeichen
– Geburts-/Sterbedatum: Für „geboren“ kann man das „Sternchen“-Zeichen (*), für „gestorben“ das Pluszeichen (+), verwenden:
•  Peter Müller, * 01.01.1932, + 31.12.2005
– Schrägstriche stehen ohne Leerstellen zwischen zwei Wörtern oder Zeichenfolgen:
•    30 m/s – 120 km/h
•    Weihnachtsurlaub 2006/07
– das Prozentzeichen steht immer, getrennt durch eine Leerstelle, hinter der Ziffer:
•    50 % Rabatt
•    19 % Mehrwertsteuer
•    Aber: 100%ig

– Telefon-, Telefax- und Postfachnummern untergliedert man in Zweierglieder von der letzten Ziffer ausgehend
– die Ortnetzkennzahl wird in Klammern gesetzt
– die Gliederung erfolgt durch ein flexibles Leerzeichen
– Kontonummern gliedert man von der Endziffer in Dreiergruppen
– BLZ von links in zwei Dreiergruppen und eine Zweiergruppe.
Tel. 46 78 90
Tel. mit Ortkennzahl (0 72 31) 46 78 90
Konto 7 388 499 372
BLZ 370 100 50

– ISBN besteht aus Landes-, Verlags-, Artikelnummer und Reihenschlüssel. Die Ziffern werden durch Bindestrich getrennt 978-3-83380-192-9
– PLZ werden nicht gegliedert.
– Uhrzeit: 8 Uhr, 0.15 Uhr  23:22 Uhr

– Zahlen mit mehr als 3 Stellen links oder rechts vor dem Komma gliedert man mit flexiblen Leerzeichen vom Komma ausgehend in dreistellige Gruppen. Bei vierstelligen Zahlen ist die Gliederung nicht unbedingt notwendig.
– Jahres-, Seiten- und Paragraphenangaben werden nicht gegliedert. Ziffer und Einheit: geschütztes Leerzeichen
– nach Tag und Monat kommt ein Punkt, zwischen Tag, Monat und Jaht kommt ein flexibles Leerzeichen
– vor dem Jahr kommt ein normaler Abstand, wenn der Monat ausgeschrieben wird.

Klammern
– vor und nach dem Text, den man umschließt, stehen ohne Leerzeichen Klammern. Vor der öffnenden und nach der abschließenden Klammer steht ein Leerzeichen, es sei denn, es folgt ein Satzzeichen. Man kann, je nach belieben, runde, eckige und spitze Klammern verwenden: (…), „[…]“ und „<…>“.
– wird ein gemischter Text (z.B. gerade und kursiv) eingeklammert, werden die Klammern gerade gesetzt. Beginnt und endet ein Text unterschiedlich (gerade und kursiv), werden die Klammern gerade gesetzt. Bei kursiven Texten werden die Klammern auch kursiv gesetzt.

Trennung
Keine Trennung erfolgt:
– in Überschriften und Inhaltsverzeichnissen
– in Eigennamen

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